Symposium "Formen des Wohnens - formen wir das Wohnen"

Fr.,12.- So.,14. September 2003, Markt Allhau (Südburgenland)
Veranstalter: BUNGIS, SOL

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Grundsätzliches

Wohnen soll unter den Aspekten
  • Lebensstil
  • Menschen mit Behinderung und
  • Ökologie
betrachtet werden, somit soll ein interessanter Spannungsbogen entstehen. In jedem der sieben ausführlichen Arbeitskreise ist genug Zeit, um das jeweilige Thema nach Möglichkeit unter allen Aspekten zu diskutieren. Die Gewichtung der Aspekte richtet sich nach den Interessen der TeilnehmerInnen.

In den Pausen entstehen oft die interessantesten Gespräche. Ausgiebige Pausen sowie die Abendgestaltung im heimeligen Ambiente des Malko-Gartens lassen dafür ausreichend Raum. Für einen liebevollen Rahmen sorgt das Malko-Team, bestehend aus Menschen mit unterschiedlichsten Fähigkeiten und Bedürfnissen.

Zeittafel

Freitag


10. 00 Eröffnung
10.30 - 11.30 Hauptreferat: "Orte, an denen man bleiben möchte - Wohnen, Nachhaltigkeit und Lebensstil"
Hans Holzinger, Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen, Salzburg
11.45 - 12.15 Vorstellung der einzelnen Arbeitskreise und Konstituierung
ab 12.15 Mittagessen
14.00 - 17.00 Arbeitskreise
17.15 - 18.00 Plenum: Zwischenbilanz der Arbeitskreise in Bezug auf Lebensstil/Ökologie
ab 18.00 Burgenländische "Buschenschank" im Haus mit Musik

Samstag


8.30 - 9.30 "Feuerwerk der Ideen": zehn verschiedene Formen des Wohnens stellen sich im Plenum vor
9.45 -11.45 Arbeitskreise
ab 12.00 Mittagessen
13.30 - 14.30 Hauptreferat: "Formen des Lebens und Wohnens für Menschen mit Unterstützungsbedarf"
Bettina Lindmeier, Universität Oldenburg
14.45 - 16.45 Arbeitskreise
17.15 - 18.00 Plenum: Zwischenbilanz der Arbeitskreise in Bezug auf Menschen mit Behinderung
ab 18.00 Gartenfest mit Lagerfeuer, Grill und Live-Musik

Sonntag


9.30 - 10.30 Arbeitskreise: Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse
11.00 - 13.00 Plenum: Schlussrunde mit den HauptreferentInnen und AK-SprecherInnen; Zusammenfassung der Arbeitskreisergebnisse.

Arbeitskreise:

1. Gemeinschaftliches Wohnen am Land

Die Motive für das gemeinschaftliche Wohnen am Land können vielfältig sein: Ideologie und Religion, Natursehnsucht und Sehnsucht nach Nähe, gegenseitige Unterstützung in neuen Familienstrukturen und unterschiedlichen Lebensabschnitten. Verschiedene Konzepte und Erfahrungen - von der konkreten Siedlungsanlage bis hin zur Sozialutopie - werden vorgestellt.

  • Ronny Wytek (Keimblatt Ökodorf, Wien): Gemeinschaftliches Leben am Land – nur eine Form der Stadtflucht?
  • Helmut Deubner (Institut für Baubiologie und -ökologie): Wohnprojekt Lebensraum – das erste österreichische Co-Housing-Projekt
  • Susan Reitlinger (Franziskus-Gemeinschaft, Pinkafeld): Verbindliche christliche Gemeinschaft
  • Heike Schiebeck (Longo Maï, Eisenkappel): Longo maï – dreißig Jahre selbstverwaltete Kooperativen

2. Gemeinschaftliches Wohnen in der Stadt

Die Formen des gemeinschaftlichen Wohnens in der Stadt sind höchst unterschiedlich. Zur Frage "Nähe - Distanz" kommen noch besondere Aspekte: Ist die Wohnform frauengerecht und/oder ökologisch vorbildlich? Welchen Platz finden Menschen mit Behinderungen und/oder Menschen in besonderen Lebenssituationen bzw. Lebensabschnitten?
  • Susanne Wiedenhofer (Bewohnerin der Autofreien Siedlung, Wien): Autofreie Mustersiedlung – anders als die anderen?
  • Brigitte Sack (Wohnpark-TV Alt Erlaa, Wien), und Ingrid Höchtler (Jugendzentrum Alt Erlaa, Initiatorin von Kids on Screen, Wien): Virtuelle Kommunikationsmöglichkeiten im Stadtteil Alt Erlaa ( mit speziellem Bezug auf verschiedene Zielgruppen)
  • Burghild Gerhold (Raaba/Graz): 25 Jahre Projekt Kooperatives Wohnen

3. Was heißt Wohnen für Menschen mit Behinderung? Betroffene kommen zu Wort

Grundsätzliche Betrachtungen über das Wohnen von Menschen mit Behinderung. Es werden v.a. Aspekte der Menschenwürde, Selbstbestimmung und Wahlfreiheit angesprochen und nicht Details von Wohneinrichtungen und Designs.
  • Karin Ofenbeck (Studentin, Verein zur Erhaltung der Wohn- und Arbeitsgemeinschaft Behinderter, Graz): Grundrecht auf selbstbestimmtes Leben
  • Brigitte Moosbrugger (Bewohnerin einer Service-Wohnung im Projekt Casa, Linz; Mitarbeit beim Projekt “Persönliche Assistenz”): Leben, wo ich will
  • Rosa Hörmann (Das Dorf/Altenhof: Öffentlichkeitsarbeit, Bewohnervertretung): Individuelle Lebensqualität in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen
  • Videoeinspielung: Stellungnahmen von Menschen mit geistiger Behinderung (derzeit in Arbeit)

4. Konkrete Modelle - Lösungen von und für Menschen mit Behinderung

Formen des Wohnens für Menschen mit Behinderung werden vorgestellt. Besonderes Gewicht wird auf große Vielfalt der Lösungsansätze gelegt. Was sind jeweils die besonderen Vorteile für Betroffene?
  • Doris Winkler (ARGE Wohnplätze, Wien): Nichts passt für jede/n, aber für jede/n passt was – Wohnformen in Veränderung
  • Brigitte Büchner (WG Algersdorf, Graz): So viel Selbstständigkeit wie möglich, so viel Betreuung wie nötig
  • Roswitha Schachinger (WAG - Wiener AssistenzGenossenschaft): Die Wiener AssistenzGenossenschaft – Hintergründe einer Firmengründung
  • Semi Semotan (Jugend am Werk, Wien): Übersicht über das Wohnangebot von Jugend am Werk

5. Praktische Umsetzung gemeinwesenorientierter Wohnformen

Finanzierungsmodelle, Personalbedarf, Haftungsfragen und andere relevante Organisationsstrukturen gemeinwesenorientierten Wohnens werden vorgestellt.
  • Karin Schmidtbauer (Rettet das Kind-Burgenland): Neue Wege für “Rettet das Kind-Burgenland”
  • Günter Ifkovits (Sozialabteilung der Bgld. Landesregierung, Pro Mente Burgenland): Qualitätssicherung im Bereich Betreutes Wohnen für psychisch kranke Menschen
  • Maria Graf (Gesundheitsforum Burgenland): Betreutes Wohnen für psychisch Kranke
  • Robert Nehfort (WeGe, Markt Allhau): Aspekte betreuten Wohnens
  • Markus Lasinger (Behindertendorf Altenhof): Das Projekt “Casa” in Linz

6. Informationstechnologien und Wohnen

Auswirkungen neuer Technologien im Wohnbereich auf den Lebensstil der BewohnerInnen. Kann Mobilität teilweise (umweltfreundlicher) durch Kommunikation ersetzt werden? Aspekte für Menschen mit Behinderungen.
  • Franz Nahrada (GIVE, Wien): Die Vision der globalen Dörfer - Wohnen und arbeiten in einer vernetzten ökologischen Gesellschaft
  • Stephan Barasits (Donauuniv. Krems): Die Heinzelmännchen von morgen
  • Wilhelm Zagler (Forschungsgruppe für Rehabilitationstechnik an der TU-Wien): Möglichkeiten und Chancen durch intelligente und vernetzte Wohnräume (Müssen Wohnungen unbedingt dümmer sein als Autos?)
  • Roland Witsch (Fa. Hefel, Lauterach/Vorarlberg): Multimediales Wohnen – ein Erfahrungsbericht
  • Dietmar Offenhuber (ars electronica futurelab, Linz): Telepräsenz in der Medienkunst – welche Ansätze sind verwendbar?
  • Adolf Jaendl (Regionetz GmbH., München): Das Konzept iDorf – die Zukunft des ländlichen Raumes

7. Bauen im Einklang mit der Region und der Natur

In diesem Arbeitskreis spannt sich der Bogen von der Wahl des richtigen Ortes über die Wahl verschiedener Materialien (Stroh, Lehm, Erdhäuser) bis hin zur Baubiologie und -ökologie.
  • Hans Peter Premur (Priester und Studentenseelsorger, Kärnten): Habitare secum - Wohnen bei sich selbst
  • Michael Bockhorni (Mitinitiator der Ökosiedlung Dunkelsteiner Wald): Nachhaltiger Wohnspaß – nachhaltige Pionierprobleme
  • Josef Grabner (Maurer – Spezialgebiet Lehmbau, Söchau): Gelungene Totalrestaurierung eines burgenländischen Wohnhauses
  • Heribert Hegedys (Haus der Baubiologie, Graz): Hohe Behaglichkeit – geringer Energieverbrauch
  • Herbert Gruber (Österreichisches Strohballen- Netzwerk): Das Strohballenhaus - die Alternative für ökologische Niedrigenergie- und Passivhäuser
  • Peter Mutewsky (Architekt, Öko-Bauträger und Baubiologe, Weiz): Bauen im Einklang mit der Natur

Parallel: Kinderaktion:

Aus großen Schachteln werden Häuser gebaut.

Kosten:

60 Euro (für Mitglieder von BUNGIS und SOL: 50 Euro).

Im Preis enthalten sind zwei Mittagessen (Samstag und Sonntag) sowie das Abendessen am Freitag (ausgenommen Getränke), Kaffee und Snacks während der Arbeitskreise, Abholung von öffentlichen Verkehrsmitteln, Kinderbetreuung (gegen Voranmeldung) und Symposiumsunterlagen.

Es steht kostenlos ein Matratzenlager und ein Zeltplatz zur Verfügung (gegen Voranmeldung; Schlafsack und/oder Zelt mitbringen!)

Vorprogramm: Nachhaltigkeitsspiel

Donnerstag, 11. September, findet von 17.00 bis ca. 20.00 ein Workshop "Nachhaltigkeit als Strategie(spiel)" statt. Leitung: Petra Bußwald. Teilnahme für SymposiumsteilnehmerInnen kostenlos (gegen Voranmeldung). Minimale Teilnehmerzahl 10, maximal 20.

Im Rahmen des Projektes futuro ruft SOL im Jahr 2003 die Öffentlichkeit auf, ein Spiel im Themenbereich Nachhaltigkeit zu erfinden. Spielideen können individuell eingereicht werden bzw. auch gemeinsam im Rahmen eines Workshops (wie etwa hier) spielerisch entwickelt werden.

Wie ihr nach Markt Allhau kommt

Markt Allhau liegt an der Südautobahn (A2) zwischen Wien und Graz (Abfahrt km 111, von dort noch ca. 1 km). Wir holen euch aber auch gerne von öffentlichen Verkehrsmitteln ab. Infos dazu und zu allen anderen Fragen des Symposiums:
Gottfrieda Kaiser, Tel. 03356.7772-22.
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Das Symposium wird gefördert vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, von "Leader plus" und der Burgenländischen Landesregierung. Wir danken!